Fährsperren dürften ebenfalls zu den exotischeren Sperrarten gehören, obgleich es bis heute 58 dokumentierte Sperrobjekte dieser Art gab.
Auch der Begriff Fährsperre wurde durch den Autor gewählt, da aus Dokumenten des Bundesarchivs/ Militärarchivs eine offizielle Bezeichnung für diese Form der vorbereiteten Sperranlagen nicht hervorgeht.
Fährsperren gab es in der Zeit des Kalten Krieges an fast allen großen Wasserstraßen. Waren sie in den 1950er Jahren und 1960 Jahren noch sehr weit verbreitet, wurden sie im Verlauf der 1970er Jahre und 1980er Jahre gänzlich aufgelassen und aus den Sperrplänen gestrichen. Der Grund hierfür lag an zahlreichen Brückenneubauten in unmittelbarer Nähe zu den Fähren, wodurch ein Fährbetrieb aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten zunehmend unrentabel und daher eingestellt wurde.
Fährsperren waren keine vorbereiteten Sperren, wie man sie bspw. von Trichter- oder Brückensperren kennt, da hier i. d. R. der für die Versenkung benötigte Sprengstoff ohne bauliche Maßnahmen eingebracht wurde. Je nach Fährenart wurden überwiegend auf dem Fährboden aufgelegte geballte Ladungen verwendet und zusätzlich Masten und Führungsseile gesprengt.
Die bislang dokumentierten 58 Sperrobjekte teilten sich auf Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz auf.
In Schleswig-Holstein befanden sich die Sperrobjekte am Nord-Ostsee-Kanal (13 Objekte), am Elbe-Lübeck-Kanal (1 Objekt), an Schlei (2 Objekte), Eider (2 Objekte), Trave (2 Objekte), Stör (2 Objekte) und Elbe (1 Objekt).






In Hamburg gab es die Sperrobjekte am Köhlbrand (4 Objekte), der Teil der Süderelbe ist, und der Elbe (1 Objekt).



In Niedersachsen verteilten sich die Sperrobjekte auf Weser (21 Objekte), Aller (4 Objekte) und Ems (4 Objekte).



In Rheinland-Pfalz gab es nach heutigem Kenntnisstand lediglich ein Sperrobjekt an der Mosel.
Die am längsten in den Sperrplänen geführten Fährsperren dürften u. a. die in Schleswig-Holstein am Nord-Ostsee-Kanal, an der Schlei, der Eider und der Trave gelegenen und noch Anfang 1979 in den Sperrplänen des schweren Pionierregiments 60 geführten Objekte gewesen sein.
Lediglich eine Fährsperre bestand bis zum Ende des Kalten Krieges. Hierbei handelte es sich um das Objekt »Emsfähre Ditzum«, das erst im Oktober 1993 aufgelassen wurde.
(Aktualisierungsstand: 30.01.2026)